Benzinpumpe -  Membrane erneuert

diese Woche habe ich mal wieder etwas an Uschi geschraubt. Angeregt durch eine Anfrage im Goldwing-Forum wie man die Benzinpumpe reparieren könnte, wollte ich den Tausch der Membrane kurz dokumentieren. Da ich doch schon einige Benzinpumpen im Autosektor erneuert hatte, erwartete ich ein raschen Vorwärts kommen. Tja aber die Freunde aus dem Land der aufgehenden Sonne planten keine Reparatur an der Pumpe und verhinderten konstruktiv das Ausbauen der Membrane. Aber so etwas reizt ja noch mehr und da ich mit Schrecken feststellen musste, dass die Membrane der Pumpe rissig und verhärtet ist, musste ne Lösung her. In einem alten Trööt im amerikanischen Naked-Goldwing-Forum hatte 2008 ein Schraube das Vorhaben mal beschrieben. Also ran ans Werk und das ganze mal dokumentiert.

Die Benzinpumpe ist schell ausgebaut.

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Auch die fünf M5 Schrauben sind schnell gelöst und das Innen leben mit den beiden Rückschlagventilen kommt zum Vorschein.

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Da die Membrane mit dem Stößel vernietet wurde, habe ich vorsichtig den vernieteten Kopf abgeschliffen. Immer im Hinterkopf, dass Honda im Fall der Fälle die stolze Summe von 170 Ocken für eine neue Pumpe aufruft.

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vorsichtig weiter geschliffen, bis die obere Membranenscheibe sich löste

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Mit dem Schraubenzieher musste ich dann die untere Membranenscheibe lösen. Immer drauf achten , dass die Scheibe nicht verbogen wurde. Sonst kann es passieren, dass die Pumpe nicht dicht wird.

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unterhalb des Tellers kam eine Feder und eine Dichtung zum Vorschein. Die Dichtung sorgt dafür, dass bei undichter Membrane kein Benzin in den Ölkreislauf gelangt.

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hier habe ich mal alle Teile in der Reihenfolge auf ein Brett ausgelegt. Ich befürchtete sonst, dass ich die Pumpe nicht mehr zusammen gesetzt bekomme.

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Da ich ja die Stößelstange nicht mehr neu vernieten kann, muss ne andere Lösung her. So beschloß ich das Ganze mit einer kleinen Schraube zu verschließen. Der Durchmesser der Stößelstange beträgt 4,5mm und so sollte eine M3 Schraube herhalten. Diese befand sich noch irgendwo in meinem Besitz.

Da die Stößelstange nicht fest in der Pumpe steckte, musste ich diese zum Bohren des 2,5mm Loches fixieren. So fertigte ich eine Präzisionsschablone an.

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Da die Stößelstange nach dem anbohren sich aber mitdrehte, fand ich Hilfe in einer Cripzange, die ich neulich beim Discounter erwarb.

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Das Loch habe ich ohne dass der Bohrer die Stößelstange durchbohrte und auch noch heile bleib, gemeistert. Dann den Bohrer gegen einen M3 Gewindeschneider ersetzt und ein Gewinde in die Stange geschnitten.

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Da ich keinen Reparatursatz oder keine passende Membrane in den Weiten des Internets gefunden habe, musste ich umdenken. Schließlich wurde ich fündig bei einer russischen Dichtung für Benzinpumpenmenbranen eines Wolgas. Hier der Link für alle, die das selbe Problem zu lösen haben: https://www.sausewind-shop.com/dichtung ... wolga.html

das Material hat die selbe Stärke wie die originale Membrane und ist ebenfalls Gewebeverstärkt.

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Anhand der alten Membrane habe ich dann auf dem Dichtungsmaterial die neue Membrane aufgezeichnet und mit der Lochzange die 5 mm Löcher für die Schrauben gestanzt. Mit einer Schere die Membrane ausgeschnitten.

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Noch das Loch für die Stößelstange gestanzt und geprüft ob alles passt.

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Das Ganze jetzt mit der besagten M3 Schraube gesichert nachdem ich zuvor einen Tropfen Schraubensicherung ins Gewindeloch getröpfelt habe.

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Nachdem ich die Pumpe wieder zusammengebaut hatte, konnte ich prüfen ob die Pumpe wieder funktioniert. Kurzerhand den Stutzen für den Benzineinlaß in den Mund genommen und die Pumpe mehrmals betätigt. Es baute sich sofort ein Unterdruck auf.

Ich bin guten Mutes, dass die Pumpe wieder Benzin fördert.

Und zur Unterstützung der Pumpe wird noch eine elektrische Pumpe verbaut, die aber lediglich dann läuft, wenn die Öldruckleuchte leuchtet. D.h. wenn der Motor nicht läuft und so bereits die Vergaser sauber befüllt werden.

im Nachhinein habe ich mir überlegt, dass ich den Schritt mit der Zentrierung fürs Bohren sparen kann.

Nachdem ich die Vernietung soweit eben geschliffen habe, gerade soweit, dass der obere Membranteller noch ferstgehalten wird, aber die Stößelstange flach ist, sauber ankörnen. Die alte Membrane als Zentrierung nutzen und diese mit den 5 Schrauben ohne den Deckel befestigen. Dann kann sich die Stößelstange zum einen nicht drehen und zum anderen steht sie schön senkrecht.

Das erleichtert das Bohren und das Gewindeschneiden enorm.

Nach dem Gewindebohren dann den Rest abschleifen und die Membrane mit ihrem oberen Teller entfernen. der untere Teller kann dann an Ort und Stelle bleiben.

Nur noch die Membrane austauschen und alles wieder zusammenbauen und mit einer kleinen Schraube fixieren.