top of page
  • Harald Bertsch

causion sheeps are crossing oder mit der RS auf die Insel

Aktualisiert: 16. Aug. 2022

Einmal um das Land der Schotten wollten wir fahren, im Uhrzeigersinn sollte die Route gehen.


Eigentlich wollten wir vor 3 Jahren diese Reise antreten. Wir also die Fähre und die B&B’s gebucht und uns gefreut. Endlich konnte ich Birgit mal das Land zeigen, das mich bei meiner letzten Reise 2016 so in den Bann gezogen hat.


Doch dann machte uns Corona zweimal einen Strich durch die Rechnung. Wir mussten zweimal alles absagen und die Fährgesellschaft stellte die bereits bezahlte Überfahrt als Guthaben fest.

Doch Ende 2021 kam eine Zusage und wir konnten die Reise planen. Leider öffneten viele private B&B’s nicht mehr und wir mussten daher auf etliche Hotels ausweichen.

Eigentlich wollten wir mit der Uschi – eine Honda GL1000, die zum Caferacer mutiert, reisen. Doch die wurde nicht fertig und die Alu-Q ist für diese Reise zu zweit nicht geeignet. Kurzerhand schafften wir uns eine Yamaha FJ 1200 unseren Horton an. Schnell mussten wir aber feststellen, dass uns so ab 350 km Touren der Arsch weh tat. Auch ein extra angeschafftes Schaffell eines Isländischen Grauhaarschafes brachte keine merkliche Besserung. So keimte die Idee, eine alte BMW RS wäre das passende Gefährt. Da kenne ich mich mit aus und im Fall der Fälle, weiß ich wo ich hin fassen muss. Kurz nach Weihnachten 2021 konnten wir ne 77er R 100 RS mit Speichenrädern ergattern. Diese wurde dann noch technisch fit gemacht, mit GPS Meilentacho, USB Wandler, Navi und digitalem Fahrtenschreiber aus Routenaufzeichner und zwei neuen Reifen, reise fit gemacht. 5000 km waren anvisiert. Da wir bereits 1000 km vor Reiseantritt auf die Reifen gefahren hatten, hoffte ich, dass die Contis das durchhalten. Die Straßen in den Highlands sind sehr rau und fressen gerne Gummi.

Eigentlich habe ich gedacht, dass ich mit dem Navigieren auf Nummer sichergehen kann und besorgte mir in e-bay Kleinanzeigen 2 Navis mit ausdrücklich Karten incl. Großbritannien. Wie es sich später herausstellen sollte, war es Glück, dass ich die Tom Tom Routen zusätzlich in eine extra WhatsApp Gruppe gestellt habe. In England angekommen, stellen beide Navis ihren Dienst ein, da das Kartenmaterial eben doch nicht incl. Großbritannien war.

Am 27. Juni 2022 sollte es losgehen. Jeder hat einen Krausekoffer für sich und die Regenjacken, Reiseunterlagen und Getränke sowie unsere Geldbörsen fanden im Tankrucksack ihren Platz. Mein Kulturbeutel war die rechte Seitentasche des Tankrucksackes, das reichte allemal aus.

Wir hatten uns überlegt, für alle 3 Tage eine neue Unterbux und neue Socken sowie ein frisches T-Shirt mitzunehmen. Das sollte reichen und wenn wir abends in den Pub gingen, gabs eben für diesen Zweck neue Klamotten. Jeder hatte neben den Lederjeans zusätzlich eine Hose mit im Koffer. Da Birgit viel Diabetigerzeugs mitschleppen musste, habe ich ihr etwas Platz in meinem Koffer dafür eingeräumt. Gut Birgit hatte noch einen kleinen Rucksack dabei, in dem wir ein paar Lebensmittel verstauen konnten, die wir unterwegs kauften.


Nun geht das los

Montag Morgens 8 Uhr alles gepackt und pünktlich fängt es gaaanz leicht an zu nieseln… aber egal. Schottland wir kommen.



Noch schnell für alle daheimgebliebenen ein Selfi im Hof gemacht und dann drauf auf den Bock… km-Stand bei der Abfahrt 81000 km geradeaus.


Die Strecke durch Deutschland fuhren wir bis zur Niederländischen Grenze auf der A61 durch. Es ist unlustig durch den Niederrhein zu kreuzen, wenn man Strecke machen will. Da bietet sich die Autobahn an um direkt bis Venlo durchzufahren. Kurz vor der Grenze füllten wir nochmals das Spritfass auf, denn der derzeit ist der deutsche Sprit ca. 40 bis 50 Cent billiger als im Nachbarstaat.


Bald standen wir auf der Fähre über die Maas. Die RS (wir haben immer noch keinen Namen für das Moped) konnte schon mal fühlen, wie es ist, wenn Wasser unter den Rädern schwappt. Aber sie hat das mit Bravour gemeistert.




Bei Heesch gönnten wir uns noch einen Burger und eine Frikandel spezial. Gestärkt ging es dann weiter. Irgendwann setzte dann der Regen ein und wir beschlossen das letzte Stück vor Amsterdam bis IJmuiden auf der Autobahn zu verbringen. Es macht keine Freude im Regen über die Nationalstraßen Hollands zu fahren. Dort angekommen bekam die RS nochmals frischen Sprit, da wir dachten, dass in England dieser noch teurer wäre. Sollte aber ein Trugschluss sein, ist in etwas derselbe Preis.


Zum Abschied noch ne Dusche

Als wir dann am Fährhafen angelangt waren und in der Schlange standen, fing es an heftig zu regnen. Klasse, kurz vor dem schützenden Stahlbauch wurden wir nochmals getauft.



Damit wollten wir über die Nordsee schippern. Aber erstmal die Passkontrolle. Seit Oktober 2021 benötigt man ja einen Reisepass um auf die Insel zu kommen. Von Corvid hatte niemand gesprochen. Irgendwie war das mit Ausnahme ein paar Maskenträgern kein Thema mehr.




Es war sehr eng als wir die Mopeds selbst verzurren mussten. Immerhin hingen neue Zurrgurte an den Bordwänden. Die Kuh war dank Kofferträger und Sturzbügel schnell verspannt und konnte so auch stärkeren Seegang überstehen. Um uns herum nur junges Mopedgemüse, so BMW GS1250 und Triumph Tiger. Alte Mopeds wie unsere RS fanden sich keine. Nur mitleidige Blicke von den Treibern des jungen Gemüses, naja, die wissen es halt nicht besser, sagten wir uns dann.


Schnell fanden wir unsere Kajüte. Ich hatte ein Zimmer mit Meerblick gebucht. Leider waren die Fenster nicht zum Öffnen. Eng, aber es geht für eine Nacht. Wir legten pünktlich um 17 Uhr ab.


Nach der Schwüle des Fahrzeugdecks, wollten wir nur noch raus an die frische Luft. Der Regen wich der Sonne und so konnten wir das Auslaufen an Deck beobachten.






An einer Bar gönnten wir uns noch einen Eistee und eine Diät Cola… das Essen verkniffen wir uns. Über 30€ pro Person, soviel geben wir zuhause auch nicht für das Essen aus. Wir hatten ja noch etwas in der Kajüte. Das Frühstück war lecker und mehr als ausreichend. Wer weiß was wir in England so bekommen.


Der Tag verabschiedete sich auf dem Ärmelkanal mit einem herrlichen Abendrot. Zeit die Koje aufzusuchen und Kraft für Morgen zu sammeln.




Auch die Morgensonne die über die Nordsee schein verspricht einen herrlichen Tag in Nordengland und den schottischen Lowlands. Die See war glatt wie das Wasser zuhause in der Badewanne. Man spürte so gut wie keinen Seegang. Jetzt auf zum Frühstück und die Koffer wieder gepackt. Dann durften wir zum Moped und die Leinen lösen. Irgendwann öffnete der Pott das Maul und die RS durfte linksrum um die ersten Kreisel fahren. Ging erstaunlich gut.


Und das war unserer Route am 1. Tag bis zur Fähre


Plötzlich ohne Navigation

Einzig meines Anfangs erwähnten Tom Tom Navis verweigerten den Dienst. Entgegen der Aussage der Verkäufer, dass UK mit in den Karten sind (Europa 42 Länder nennt Tom Tom das), war auf dem einen nur Central Europe und auf dem anderen gar nur South Europe zu finden. Was ein Reinfall. Gut ich muss mir das an den Hut stecken, ich hatte es daheim nicht überprüft, als ich die Routen und die B&B Adressen überspielt hatte. Wenigstens hatte ich die Routen per Google Maps nochmals gesichert und Birgit per WhatsApp gesendet. Leider kann Google Maps mit seinen eigenen Routen nicht navigieren. Jetzt war guter Rat teuer. Zum Glück fand ich in Newcastle ein LTE-Netz und wir hofften darauf, dass Birgits Tochter Anna Zeit und Muße hatte uns ne Lösung am PC zu finden. Sie fand dann auch ne Möglichkeit, online die Google Routen in ein gängiges GPX Format zu wandeln. Also ein zwei Navisysteme aufs Handy geladen und geprüft was besser taugt. Dann dazu die Karten von England und Schottland heruntergeladen, damit wir auch ohne Funkverbindung navigieren konnten.


Aber wie 2016 schon festgestellt, navigieren mit dem Handy – ohne Halterung – nur mit Tankrucksack ist scheiße. Bei Regen beschlägt die Hülle des Tankrucksackes und man kann das Navi nicht mehr lesen… bei Sonne wird’s dem Ding schlicht zu heiß. Und ab und an meint die Klarsichthülle des Rucksackes mit dem Handy spielen zu wollen und das Navi ist dann weg.

Nach ner halben Stunde konnten wir uns dann aufmachen einen Bankautomaten finden und unsere ersten £ - Noten herauszulassen. Dabei gabs dann auch etwas Wegzehrung und Getränk für die Reise quer über die Britische Insel.



Hügelige Landschaften und mitten durch den Steinbruch

Im Norden Englands fanden wir kleine Sträßchen, die uns durch eine hügelige Landschaft führten, immer in Richtung Norden an die Grenze zu Schottland. Wir kamen durch schnuckelige Ortschaften und fuhren über kleine alte Brücken. Hier machte es richtig Spaß zu fahren. Ab und an kamen wir an einer Baustelle vorbei. Aber diese waren so aufgebaut, dass wir nie eine Umleitung fahren mussten.



So halbwegs auf dem Weg zur schottischen Grenze meinte das Navi, ich muss mal rechts abbiegen. Gut, ist auch ne gute Stelle um das Diät Cola zu entsorgen. Es war eine kleine Straße mit guten Asphalt. Zwei oder drei Baustellen LKW kamen an uns vorbei als wir am Straßenrand standen. So entschieden wir uns dem Sträßchen zu folgen. Plötzlich tauchte vor uns ein Steinbruch und Schotterwerk auf. Es war imposant anzuschauen was sie da aus der Erde gruben. Als die Straße einen Linksknick machte, standen wir plötzlich vor der Einfahrt in den Steinbruch… der Straßenbelag wechselte von Asphalt über Schotter auf festgefahrenen Boden… zum Glück war es trocken. Das Navi meinte immer noch wir müssen da durch. Also vorbei an den Baggern und Verwaltungsgebäuden. Nach einer Rechtskurve sollte ich dann einen kleinen Weg links runter fahren. Gut, warum auch nicht. Tja unten angekommen, sahen wir die Straße zum nächsten Dorf. Nur dazwischen war eine geschlossene Schranke, ohne Möglichkeit mit dem Moped dran vorbei zu fahren.


Birgit stieg ab und entdeckte eine Überwachungskamera. Sie winkte freundlich in die Linse und irgendjemand öffnete die Schranke. Wir bedankten uns und fuhren weiter ins nächste Dorf.


Im weiteren Verlauf der Reise fragten wir uns immer mal wieder: „Kommt jetzt wieder ein Steinbruch?“ naja, der Steinbruch war im Gegensatz zu der einen oder anderen Situation, die noch folgen sollte, ein Kinderspiel.

Im weiteren Verlauf genossen wir die Landschaft in Nordengland und hofften bald unserem Zwischenziel der Grenze näher zu kommen.

Die Straße schlängelte sich entlang des Tyne bis sie am Kielter Water See gut ausgebaut zu einer etwas schnelleren Gangart einlud.


Endlich Schottland

Vorbei am Kershop Castle sahen wir dann bei Deadwater das lang ersehnte Schild.



Endlich wir haben das Land erreicht, das wir besuchen und erkunden wollten. Das Schild ist das Willkommen Schild, des Scottish Bordes Bezirkes. Egal, eine kurze Rast und ein Schluck aus der Flasche mit der Aussicht auf sanfte Grashügel mit kleinen Sträßchen die sich um die Hügel wanden.

Leider verließ uns die Sonne und es wurde frisch und trübe am Himmel.

Wir fuhren weiter bis Hawick und gönnten der RS etwas frischen Saft aus der Gulf Säule. Im Städtchen fanden wir ein nettes Cafe, das und Hotdogs und Kaffee versprach. Naja Birgit nahm eine Cola, da sie keinen Kaffee trinkt.

Als wir aus dem Cafe kamen, stand ein Mann am Moped und schaue es interessiert an. Wir kamen dann ins Gespräch und er wollte wissen wie alt die BMW ist und seit wann wir denn schon in seinem Land sind. Diese Gespräche hatten wir sehr oft. Die Leute mögen die alten Mopeds, aber scheinbar trauen sich nicht mehr viele Fahrer mit den alten Eisen auf Tour zu gehen. Schade.


Dann wieder in den Sattel und aus dem Gewimmel der Kleinstadt raus… wir wären ja so gerne der Sonne entgegengefahren, leider fing es an zu nieseln, das zügig sich in Regen wandelte.

In Mofat steuerten wir die Tanke an um den Kaffee und das Cola dort zu lassen und natürlich auch um im Schutz des Tankstellendaches kurz ins Trocken zu kommen.

Da wir unser Hotel auf einer Insel gebucht hatten, mussten wir unsere gebuchte Fähre noch erreichen… aber bis dahin waren es noch so etliche Kilometer Richtung Glasgow. Da es eh stark regnete trieben wir die RS kurzerhand über die A74 und A76. Beides Autobahn ähnliche Straßen. Die RS neigt zum Glück nicht zu Aquaplaning und die Contis greifen bei Nässe gut.


Man muss auch mal Glück haben


Also zügig Richtung Fähre. Es wurde spannend, da wir schon 10 Minuten hinter dem spätesten Check-In im Fährhafen in Ardrossan ankamen. Aber das sehr freundliche Mädel am Schalter meinte nur: „no problem, the ship is not yet in port“. Sie winkte uns durch und bat uns ganz nach vorne zu fahren.


Auf der Fähre vertäute ein netter Mann die RS und wir konnten uns an Deck verpflegen. Dauert die Überfahrt nach Arran doch gute 90 Minuten.


Endlich auf der Insel.

Auf Arran angekommen fuhren wir ohne Umweg zu unserem Hotel. Es lag direkt an der Küste und wir hatten einen wunderbaren Blick auf den Atlantik. Es gab sehr leckeren Fisch und der Kellner schmunzelte darüber, dass Birgit Diät Cola in ihr Lagerbier kippte. Es war immer wieder amüsant, wie sich die Leute verwundert anschauten, als sie ein halber Pint Lager Bier in ein Pint Glas und dann ne Dose Diät Cola bestellte.


Und das war unsere Route am heutigen Tag einmal von der Nordsee im Osten an den Atlantik im Westen. … Wir lagen sehr glücklich und satt im Bett und Birgit freute sich, der Wirt spricht Deutsch.


Nachdem wir getankt hatten war ne Rundfahrt rund um die Isle of Arran angesagt. Eine Traumstrasse die sich wie eine Achterbahn rund um die Insel schlängelte. wir können sie uneingeschränkt empfehlen… auch das Hotel. Das Corrie Hotel.


In der Tat, gehörte sie zweifelsohne zu den Top Ten, die wir in Schottland gefahren sind. Mag es auch daran liegen, dass wir heute bei strahlender Sonne die Insel umrunden durften.




Immer wieder mussten wir anhalten und die Landschaft und die Aussicht genießen. Wir fanden sehr viele alte Friedhöfe mit alten teils zerfallenen Kirchen darin. Wie hier direkt an der Küstenstraße.


Und noch so ein Beispiel einer alten verlassenen Kirche.


Da wir auf ner Insel waren, mussten wir diese ja wieder mit dem Schiff verlassen… also ging es weiter bis nach Lochranza um dort die Fähre nach Cloanaig zu erwischen. Prompt war diese schon auf und davon und wir hatten Zeit für ein Sandwich. Neben dem Fähranleger gab es eine kleine Sandwichbude. Nur blöd wenn man die Speisekarte nicht richtig liest und warme Süßkartoffeln auf Brot essen muss. Es stillt zumindest den Hunger.


Zum Glück gibt’s Schutzbügel.

Auf der Fähre mussten wir mal wieder feststellen, dass die erste Serie der RS einen viel zu langen Seitenständer hatte. Beim Absteigen um zu bezahlen, kippte die Kuh auf die rechte Seite. Ist aber nichts passiert und wir hatten sie schnell wieder auf dem Hauptständer. Aber in den Tagen darauf achtet wir sehr darauf ob sie auf dem Seitenständer stehen bleib oder zum Kippen neigte.

Weiter gings mit der Fähre von der Insel.. immer weiter gen Norden um dann wieder diese endlosen Waldsträßchen zu befahren. In Tabbert setzten wir dann über um uns zum Loch Lomond durchzuschlagen.


Ein herzlicher Empfang.

Die Landschaft wird wilder und die Berge höher. Das Wetter war klasse und lediglich 10 Meilen vor dem Ziel fing es an zu regnen. Der dann aber als wir auf die Farm einbogen wieder aufhörte. Die Begrüßung auf der Shandon Farm war herzlich und wir plauderten über meinen Aufenthalt vor 6 Jahren.

Jane freute sich, dass es endlich geklappt hat mit dem Besuch. Sie freute sich auch, dass ich wieder jemanden an meiner Seite habe und meinte ich sehe wieder glücklich aus. Wie recht sie damit hat. Nachdem wir unsere Sachen im Zimmer verstaut hatten, beschlossen wir am See unser Abendbrot zunehmen. Wir kauften im kleinen Sparmarkt etwas zu essen und zu trinken und fuhren dann ans Ufer.


Ein neuer Turm.

Die Stelle an der ich vor sechs Jahren den Turm mit Bines Bild aufgestellt hatte, fanden wir problemlos. Auch einige von den Steinen die ich verwendet hatte waren noch da. Sogar der oberste Stein auf den ich ihr Bild geklebt hatte haben wir gefunden. Nur das Bild hat sich der See geholt. So bauten wir bei herrlichem Sonnenschein den Turm wieder neu auf.


Wir denken Bine hat sich so gefreut, dass sie uns die warmen Sonnenstrahlen nach dem Regenguss auf den letzten 10 Meilen, geschickt hat. Es tat gut die Wärme auf dem schwarzen Leder zu spüren.


Uns so machten wir uns dran, den Turm wiederaufzubauen. So kann ihr Bild wieder über diesen wunderbaren See schauen. Von dem hatte sie immer wieder geträumt.





Zuhause hatte ich noch auf meiner Mundharmonika geübt um für sie den Runrig Song Loch Lomond zu spielen. Zum Glück waren die anderen Badegäste weit weg und haben meine Interpretation nicht erdulden müssen.


Anschließend haben wir unsere Sandwiches und unser Cola genossen und uns auch noch was Süßes gegönnt. Es tut gut zu wissen, dass wir es geschafft haben, dass ihr Bild wieder über das Wasser schauen kann und wir das herrliche Land jetzt für uns entdecken können.




Nachdem wir den Tag Revue passieren liesen, fielen wir müde aber glücklich ins Bett und freuten uns auf eine Nacht auf dieser schönen und ruhigen Farm.

Und das war unsere Route die wir genommen haben. Es wurden immerhin 350 km


Donnerstag… Heute Morgen etwas Nieselregen. Es geht Richtung Isle of Skye und so ist der Plan.


Viel Wald und Schotterpisten

Als erstes sind wir vom Loch Lomond weiter in ein Aufforstungsprojekt… da kann man einen m² Schottland kaufen und das Geld fließt direkt in den Wald. Sie haben eine 10 - 15km lange Strecke angelegt an der man durch den Wald fahren kann und 3 Seen zu sehen bekommt. Man darf dort wild zelten.. hier Bilder von dem Weg… der war nur geschottert.



Vorbei am Loch Lubnaig ging es weiter bis nach Tyndrum zum Green Welly Stop, dem bekanntesten Biker Treff in Schottland. Es fing an zu nieseln und wir gönnten der Kuh erstmal frischen Sprit und uns etwas zu Essen und Trinken. Außerdem bekam die RS noch einen Aufkleber des Green Wally Stops.


Die Highlands kommen näher

Als eine graue Wand von Norden auf uns zu kam, sattelten wir wieder unsere RS und ahnten nix Gutes. Aber was solls, wir mussten weiter. Nach gut 3 km kam dann der Regenguss, der uns aber nicht stoppen konnte. Kurz vor dem Glencoe Mountain Resort wurde es wieder trocken und wir kamen gut voran. Dann hielt Birgit den Atem an als wir in die erste Schlucht der Highlands kamen. Der Altnafeadh zeigte sich von seiner herrlichsten Seite und rechts und links ragten die Berge hoch über uns hinauf.



Diese Eindrücke konnten uns erstmal erschlagen. Nach der Passage überquerten wir den Loch Leven und liesen die Kuh bis Fort Williams vor sich hin traben.

Verzauberte Momente für Muggels…


Nach Fort Williams bogen wir links ab mit dem Ziel der Fähre zur Isle of Skye. Die Straße wand sich entlang am Loch Eil bis wir dann am Parklplatz von Glenfinnan standen und einen Blick auf das berühmte Viadukt werfen konnten. Leider ist der Zug schon vorbei und so bleibt die leere Brücke.


Da wir den Checkin der Fähre wieder im Nacken hatten, ließen wir die RS wieder Richtung Mallaig laufen.

Irgendwann stieß mich Birgit an und brüllte: „da rechts, der Hoghwarts Express“. Tatsächlich dampfte direkt neben uns die berühmte Lokomotive des Jakobite Steam Trains unserem gemeinsamen Ziel entgegen.


Da die RS problemlos nach Norden zog, kamen wir vor dem Zug in Mallaig an. Direkt zur Fähre und zum Checkin. Leider hatte ich Depp die Fährtickets von 2021 mit und wir waren zwar am richtige Ort, aber zur falschen Zeit. Der freundliche Herr mit dem Klemmbrett bat mich an den Schalter und dort konnte ich noch eins der begehrten Tickets für eine Überfahrt erstehen. Im Endeffekt hatten wir lediglich eine Stunde Aufenthalt.

Während ich die Überfahrt klarmachte, beobachtete Birgit wie der Dampfzug hinter uns in den Bahnhof einlief. Dieser ist nur 2 Häuser vom Fährhafen entfernt. Also die RS in die Warteschleife gestellt und ab zum Bahnhof.

Leider sind keine Gryffindors ausgestiegen. Nun so hatten wir ausgiebig Zeit zu Fotografieren.




Auf dem Rückweg zur Fähre gab es noch ein Eis und und ein Schottischer Musikus spielte und auf seinem Dudelsack die Melodie des Filmes Last of the Mohikans. Eines meiner Lieblingsstücke.


Dann endlich auf der Fähre auf die Isle of Skye, nach Armadale und von dort aus dann zu unserem Ziel der Saucy Mary Lodge in Keyleakin.


Auf der Fähre und auf Skye blauer Himmel und 24 Grad und ein blauer Atlantik. Auf der Isle of Skye dann herrlichstes Wetter und blaue See.


Im Hostel angekommen, bekamen wir ein schönes Zimmer mit eigenem Bad in dem es erstmal ne Dusche gab. Wir konnten Birgits Insulin im Gemeinschaftskühlschrank unterbringen. Nachdem wir uns einen Tisch im Pub reserviert hatten, vertraten wir uns noch etwas die Füße und erkundeten den kleinen Ort an der Küste. Birgit sammelte Muscheln und Schneckenhäuser.





Im Pub gabs dann ein leckeres Cider und ein leckeres Bier. Auch das Essen hatte uns sehr gut geschmeckt. Kann man weiterempfehlen.


Wir schauen mal auf die Route, die wir heute zurückgelegt hatten. Es war eine abwechslungsreiche und spannende Fahrt die uns so viele Eindrücke bescherte.


Freitag… das Wetter kann sich noch nicht entscheiden. Aber es ist trocken. Heute erkunden wir die Ostküste der Skye…


Nun trocken geht anders, aber nass auch. Kurzum wir sind trocken wieder an der Unterkunft angekommen und genossen ein leckeres Abendessen mit schottischem Eis als Dessert. Birgit hatte Lachs auf Kartoffelpüree mit Senfkörnern und ich ein Steak im Bierteig auf ebensolchem Kartoffelpü.

Aber der Reihe nach… Nach einem Tankstop bei co op, ja hier verkauft der Supermarkt auch Sprit, stoppten wir an einem Wasserfall von den Bergen herab. Wurden direkt von einem Israelischen Pärchen auf die Q angesprochen und plauderten dann über die Insel. Er erzählte, dass er mit einer


Wasserfälle und alte Brücken

Yamaha Tenere am liebsten auf Schotterpisten zuhause unterwegs ist. Am Wasserfall trafen wir auf ein Rudel Bustouristen aus Dinkelsbühl. Sie trafen wir im Laufe des Tages immer wieder.




Auf dem Weg nach Portree, der größten Stadt der Insel mussten wir die Sligachan Bridge passieren. Dieser Ort hat irgendwas Mystisches an sich. Aber lasst einfach die Bilder auf euch wirken.





Gotteshäuser und alte Grabstellen

In Portree wollten wir ne Pause einlegen und fanden ein interessantes Cafe, das in einer ehemaligen Kirche eingebaut war. Die Kirche wurde nicht radikal umgebaut, sondern man kann die alte Bausubstanz noch sehen. Wir genehmigten uns neben dem Kaffee etwas süßes Gebäck. Und ließen das bisher erlebte nochmals an uns vorbeiziehen.



Es gibt hier in Schottland sehr viele Kirchen, die nicht mehr genutzt werden. Die Gebäude zerfallen Teils und Teils werden sie wie hier anders genutzt.


Frisch gestärkt liefen wir unser nächstes Ziel an, die Lealt Falls, da fällt der kleine Abhainn An Lethuit Fluß in den Atlantik.




Der weitere Weg sollte uns über den Quiraing Pass führen. Doch zuvor kamen wir an einem markanten Felsen vorbei, dem Old Man of Storr (gälisch: Bodach an Stòrr) vorbei. Er größte uns mit einer Wolke, die wohl Nässe im Schilde führt.



Der Regen fing just an, als wir über den Pass durften. Scharfe Linkskehren und Linksverkehr ist die Pest. Ich habe sie immer noch nicht richtig im Kopf. Aber Birgit fuhr aufmerksam mit und meldete immer wieder, dass die Straße nach der Kehre frei ist. So ist es entspannter diese wundervollen Sträßchen zu fahren. Der Quiraing Pass ist zwar unspektakulär, aber als Singel Track Road doch interessant zu fahren. Am Parkplatz oben kramten wir als erstes die Regenjacken raus… war wohl besser so. Über die Hochebene ging es bis Idrigil und weiter nördlich.



Wir sahen uns einen alten Friedhof an, auf dem Amy McDonald, eine Schottische Heldin beerdigt war. Dort trafen wir eine nette deutsche Frau mit Zottelhund. Sie war mit ihrem Mann im WoMo unterwegs.


Jetzt kam auch die Sonne raus. Bei der Gelegenheit haben wir auch die anderen Grabsteininschriften gelesen und festgestellt, dass der Ausspruch: In Stein gemeißelt, auch nicht für die Ewigkeit gilt. Es sind viele Inschriften nur noch zu erahnen.



Der weitere Verlauf war klasse zu fahren. Irgendwann muss das Cola ja auch mal ins Frei und wir fanden eine öffentliche Toilette… die kosten zwar etwas Geld, aber man findet sie überall in den Highlands. Auch so kann man die Umwelt sauber halten.

Neben dem Parkplatz weideten dann auch mal die schottischen Highlandrinder mit ihren imposanten Hörnern und den langen zotteligen Haaren.


Weiter ging es der Küstenstraße nach um einmal um die Nordspitze der Insel zu fahren. Die schmale Strasse wand sich um die Klippen und ging auf und ab, mal rechts, mal links um die Felsen. Immer wieder mussten wir in einem "passing place" den Gegenverkehr passieren lassen…



dann nochmals über den Quaring… diesmal bei Sonne. Leider war vor uns ein WoMo und der Fahrer verstand das Prinzip der "passing places" nicht so ganz. Er fuhr sich am Gegenverkehr fest und musste alles rückwärtsfahren bis zur nä Ausweichstelle… aber da standen wir. Ok irgendwie ist der Gegenverkehr zwischen uns und dem WoMo durch und wir konnten weiter bis Uig.



Dort gabs ne Cola und nen Apfel. Ein junges Pärchen wartete auf die Fähre und sprachen uns auf die Kuh an.. wir kamen dann schnell auf das Thema Midges, die kleinen nervigen Mücken…. so konnten wir dann im Sonnenschein und bei warmen 22 Grad die nächste Stunde bis zur Unterkunft durch eine atemberaubende Landschaft fahren.


Schiffswracks und Krebsfallen

Nach dem Essen im Pub, was wiedermal sehr lecker schmeckte, schlenderten wir noch etwas im Dorf umher und endeckten interessante Plätze. Eigentlich wollten wir zur Ruine, aber der Weg dorthin ist nur bei Ebbe zu passieren, so mussten wir kurz vor dem Ziel wieder wenden.




Während wir noch die Krebsreusen begutachteten, ja man kann die Krebse riechen. Und sie duften nicht nach Chanell No5. Konnte die Kuh mit Meerblick von den geleisteten Km des heutigen Tages ausruhen.


Hier im Bild die Bridge of Skye


Und das war die Route um den Ostteil der Isle of Skye


Highlander, Schwaben und andere Exoten

Der Himmel ist grau und es nieselt immer wieder. Beim Frühstück - Birgit meinte morgens schon Haggis und Black Pudding (schwarz gebackenes Blut mit Mehl) zu essen… mir reichten 2 Marmaladenbrote - haben wir uns entschlossen die Reiseplanung umzustellen. In der Nähe ist die Highlanderburg schlecht hin, das Eilean Donan Castle. Das wollen wir besuchen und eine etwas kleinere Rundfahrt machen mit einem Bummeltag in der größten Stadt auf der Insel, Portree. Wir hoffen, nicht allzu nass zu werden.


Vorab, wir sind in nassen Regenjacken wieder am Hostel angekommen.


Als ersten Punkt fuhren wir die Burg an. Natürlich mussten Bilder von der Kuh vor dem Highlanderschloss geschossen werden.



Dann gings auf die Burg und wir konnten in den Vergangenheit der Bewohner stöbern. Alles sehr liebevoll hergerichtet und wir konnten uns in eine vergangene Zeit versetzen.


Als wir von der Burg runter waren, sprachen uns drei junge Inder an, ob sie mit uns und der Kuh ein Selfi machen dürfen. Die Jungen Inder kamen über Irland und fragten mich, wie man bei Regen Moped fahren kann. Sie würden auch Motorrad fahren, aber in Indien ist es trockener J später haben wir sie in Portree nochmals getroffen.


Ist immer wieder schön, wenn man solche Menschen trifft, die sich noch für so alte Eisen interessieren und nette Gespräche daraus entstehen.


Und dann fanden wir diese Ecken... man beachte auch den weg der hinter uns lag im Spiegel :-)




Ach ja, eine leckere Pizza haben wir uns auch gegönnt.

Und immer wieder diese großartige Landschaft.


Endlich zurück im Hostel freuten wir uns auf eine warme Dusche und darauf nach 3 Tagen frische Unterwäsche anziehen zu dürfen… Und hier der überschaubare Weg, den wir heute zurück gelegt haben.


Morgen gehts dann runter von der Insel gen Norden.


Sonntag…


Dem Himmel ganz nah gekommen

Heute gehts über den Appel Cross zum Loch Ewe. Das Wetter ist grau und ganz leicht regnerisch… und so schaut der Plan aus.

Tja, das Wetter wechselte oft von Regen auf Sonne. Trotz alledem sind wir am Loch Ewe im Poolewe Hotel gut angekommen. Heute gönnten wir uns ein leckeres Steak zum Abendessen und in Shildaig zu Mittag einen Backfisch und Birgit Lachsnudeln. Also über das Essen können wir uns nicht beschweren. Aufm Zimmer hatten wir dann den Blick über den Loch Ewe.

Nach einer sehr nassen Anfahrt zum Apple Cross Pass freuten wir uns auf die Passstraße. Wir kamen durch romantische Dörfchen und an Schlössern vorbei… mussten in einem Dorf Slalom um die Highlandrinder mit ihren immens langen Hörnern fahren.



So mussten sich die Inder von gestern fühlen, wenn sie über die Dörfer fahren … nur, dass wir ne Regenjacke anziehen mussten.


Dann lag er vor uns, der Apple Cross. Die Anfahrt ging über sehr schmale Straßen stetig bergauf. Man hatte einen Blick auf den Atlantik. Weiter oben wurde es dann sehr nebelig und es herrschte reger Gegenverkehr…. also wer sein WoMo daraufplagt, hat den Schuss net gehört. Wir hatten Teils Probleme nur mit PKW und Moped. Auf den letzten Kehren lies ich zwei Briten auf ihren Triumph Tigern vorbei.




ben auf dem Pass fiel die Themperatur auf 12 Grad runter. Die Autos machten bei der Talfahrt wie überall auf den kleinen Straßen willig Platz. Die engen Linkskehren bergauf im Linksverkehr sind seeeehr gewöhnungsbedürftig mit dem Moped. Aber Birgit fährt aktiv mit und schaut nach oben und gibt Freie Bahn… so kann ich mich auf die schmale Straße konzentrieren.





Die Triumph Treiber trafen wir unten wieder und plauderten über die jeweiligen Reiseziele. Letztendlich waren wir aber froh am Appelcross Inn unten zu sein.



Einsame Fischerdörfchen

Vom Pass ging es weiter über die Appelcross Coast Road. Einfach nur klasse da an der Küste entlang zu fahren. Wir machten in Shildaig stop und saßen in einem kleinen Café direkt am Wasser. Irgendwann später sind wir einfach mal links abgebogen… fanden eine sehr schmale Single Track Road, die für Wohnmobile zu gefährlich eingestuft ist. Es ging über einen kleinen Pass vorbei an Felsen, Wasserfällen und einem See bis zu einem Fischerdörfchen in einer einsamen Bucht. Steigungen bis zu 20% waren da zu finden.



Aber außer einem Schluck aus dem Tankrucksack war dort in dem Fischerdörfchen nichts zu bekommen. Nun, der Weg war ja das Ziel. Und der hat sich allemal gelohnt.



Wie gesagt, nahmen wir dort einen Schluck und fuhren die Strecke wieder zurück um dann nach einer wundervollen Straße über eine einsame Hochfläche hier her nach Poolewe zu gelangen. Eigentlich war der Plan noch das Denkmal am Loch Ewe zu besuchen. Dort haben einst deutsche U-Boote die gesamte schottische Flotte versenkt. Aber der Regen kam inzwischen Quer und wir machten kehrt und direkt ins Hotel. Gut wenn man dann ein Dach überm Kopf hat und es warm und trocken ist.



Ja, und das war der Weg den wir zurück gelegt hatten.


Montag morgen…


Zwei Spuren im Sand

Es hat aufgehört zu regnen, wenigstens für den Moment. Der Blick über das Loch Ewe entschädigt für die nasse Ankunft gestern... Heute geht es weiter in den Norden über Ullapool. Erstens muss ich sagen, unsere Regenausrüstung funktioniert. Als es aufklarte fanden wir eine kleine Bucht mit feinem weißen Sand…


Am Mellon Udrigle Beach – nee, denn muss man jetzt nicht direkt kennen, ist aber schön dort, machten wir Rast und vertraten im weißen Sand unsere Beine. Der Wind war immer noch kalt und uns war so gar nicht zum Baden am Strand. Ein kleiner Bach floss neben dem Fußpfad ins Meer und wir hatten den Strand für uns alleine.



und was mich freut und beruhigt, vor 6 Jahren waren meine Fußspuren hier alleine, jetzt sind da 2 neben mir.



Drachen über unserer Karibik

Nach dem Abstecher zum Stand führte uns die Straße weiter nach Ullapool. In Ullapool gabs lecker Futter und wir schauten uns das Städtchen an. Trafen noch 2 Jungs aus Wuppertal und plauderten etwas über die Straßen. Dann weiter über kleine Straßen zum Hostel… es liegt direkt über einer Bucht mit weißem Sandstrand…


es ist arschkalt aber die Leute gehen schwimmen. Die spinnen die Briten… Am Strand konnten wir noch unseren kleinen Drachen lüften, den wir in Sankt Peter-Ording gekauft hatten. Im Hostel bekamen wir ein 6 Bett Zimmer mit WC und Dusche ums Haus… gespannt wie das bei Nacht geht….




Man kommt sich vor wie in der Karibik, weißer Strand, grünblaues Meer. Fehlt nur noch die Blackpearl und Captain Jack Sparrow und ok ca. 28 Grad Celsius und ein eiskalter Cuba Libre. Aber es ist ein wirklich schönes Stückchen Erde, an das es uns hier verschlagen hat.


Die Leute vom Hostel sind echt nett. Nur war es die teuerste Übernachtung die wir hatten und die mit Abstand einfachste Ausstattung des Zimmers und kein Abendessen und nach dem Frühstück, Geschirr waschen und Betten abziehen.



Ach ja, wir hatten ja noch ein paar Kilometer hinter uns…


Dienstag Morgen. Es ist zwar kühl, aber schönes Wetter. Heute machen wir einen Schlenker in den Südosten um dann an die Nordküste zu gelangen… so schaut der Plan aus.


Es kommt immer wieder anderes als man denkt

Bei herrlichem Sonnenschein kletterten die Temperaturen auf angenehme 22 Grad. Wir fanden eine kleine Küstenstraße, die sich 30 km bergauf und bergab wie eine Achterbahn wand. Es war ein Genuss sie zu fahren und wir können es jedem nur empfehlen, der mal an diesen Teil unseres Planeten kommt. Sie führt über einsame Bauernhöfe, vorbei an Fischerdörfchen, mal hoch hinauf um dann auf den nächsten Kilometern in Serpentinen wieder in ein Tal zu fallen… Und immer wieder am Wasser vorbei und über kleine Steinbrücken…. Und dazwischen wie überall, Schafe, Schafe und nochmals Schafe.




Dann auf dem Weg nach Lairg, bei einer Pinkelpause rief uns die Wirtin des Hostels an. Wir hatten das Insulin im Kühlschrank vergessen… also zurück nach Lochinver,


erstmal getankt und in einem Sparmarkt was zu essen besorgt.


Nach dem das Insulin wieder an Bord war, fanden wir einen herrlichen Platz auf einem Felsen mit Blick auf einen See, um etwas zu essen.



Drei schottische Biker hielten an und wir unterhielten uns über die Strecke und natürlich über die Q.


Wir verwarfen den Streckenplan und fuhren direkt zur Nordküste. Nach einer leckeren heißen Schokolade trafen wir auch am B&B ein. Der Besitzer ist ein Schweizer und der erzählte uns vom Brexit und der Pandemie hier


Und so hatten wir dann den Plan geändert…


Mittwoch.. heute waren wir am nördlichsten Punkt von Schottland. John o'Groats… da gehts nur noch zu den Oakneys und Schettland per Fähre … oder zum Nordpol.


Rocker und viel Gegenwind

Heut wollen wir an das nördliche Ende der Britischen Insel fahren. Der Ort nennt sich John o’Groats. Das erste und letzte Haus von Schottland. Je nachdem wo man herkommt J. Wir schlugen den Weg nach Osten ein und fuhren dann immer an der Küste entlang. Vorbei an schönen Buchten und alten Schlössern, erreichten wir dann unser Etappenziel, nachdem wir hinter einer Truppe von Bikern hinterhergefahren waren. Später stellte es sich heraus, dass sie wohl einen Kammeraden beerdigt haben.



Klar haben wir uns auch mit Reiseandenken dort versorgt. Birgit schenkte mit ein Poloshirt und wir fanden sogar schöne Stocknägel für unsere Wanderstöcke zuhause.


Und natürlich musste auch ein Bild vom berühmten Weißen Wegweiser her… ein freundliches asiatisches Pärchen hat uns fotografiert.


Im Cafe haben wir uns mit etwas Warmen versorgt und die Möglichkeit genutzt uns etwas aufzuwärmen.



Und wir fanden an der Nordspitze viele Steintürme … es mussten wohl viele Menschen hier etwas zurücklassen und Ballast abwerfen…


An der Stelle muss ich mich bei Birgit entschuldigen. Sie wollte mit mir zusammen hier am nördlichsten Punkt unserer Reise einen Steinturm bauen. Ich habs nicht richtig verstanden und lies sie mit ihrem Wunsch im Regen stehen. Es tut mir leid.


Und auch Schottlands Nationalblume die Distel wächst hier und versprüht ihren ganz eigenen herben Charme.


Hirsche, Fisch und Bier

Da die Nordküste heute sehr stürmisch war, schlugen wir uns dann erst westlich bis kurz vor Melvich um dann den Weg nach Süden Richtung Helmsdale zu finden. südwärts Richtung Nordseeküste nach Lairg. Über eine 70km lange Singel Track Road die herrlich zu fahren war … war das Einzige ein Bahnhof und ein paar Hirsche.



In Helmsdale gab es erstmal Futter. Wir fanden einen kleinen Laden, der Fish & Chips wohlfeil hielt. Wir nahmen jeder eine Portion und endeckten einen netten Platz um den Fisch zu verspeisen. Wir lernten zwei nette Damen kennen, die vor 14 Jahren hier her ausgewandert sind und etwas über das Leben in Helmsdale erzählten.


Der kleine Platz wurde liebevoll mit der Black Pearl und mit Mary Poppins gestaltet.



Weiter ging dann Richtung Süden an der Küste entlang. Lairg ist heute unser Ziel. Im Highlandhotel ...


... wollten wir unsere müden Häupter zur Nacht legen. Aber das musste noch warten. Im Pub lernten wir ein paar nette Leute kennen und plauderten bei dem einen oder anderen Lager über Motorräder, Deutschland und mussten noch etwas Deutschunterricht geben. Irgendwann ist man dann froh, dass es in Schottland ne „last Order“ gibt… Naja immerhin will der morgige Tag auch wieder unsere Aufmerksamkeit.


Unterwegs zum Hotel fanden wir noch die Stelle, an der ich vor 6 Jahren meine Alu Q abgelichtet habe und dies als Bild im Wohnzimmer hängen habe.


Nur ist diesmal ne RS und keine – wie nannte es letzte Woche der Helmut Dähne – ein Wolperdinger. Nur weil an der Alu Kuh Ducati, MotoGuzzi und was weiss ich noch alles für teile verbaut sind.


Am Hotel machten wir noch einen kurzen Spaziergang ehe wir dann im Pub versackten. Manchmal muss man das einfach, einfach mal irgendwo versacken.


Beim Abendspaziergang haben wir an einem Waldweg noch Tierskulpturen entdeckt.



Und diesen Weg haben wir an dem schönen Tag gefunden.


Donnerstag und Kaiserwetter… Heute gehts weiter, so ist der Plan, ein Stück in den Süden über die Black Isle bis kurz vor Loch Ness. Zum Glück hinterließ der Abend gestern keine Nachwehen… und der Blick auf die Q, die in der Sonne steht.



Schotterpässe und Viehgatter

Nachdem wir der Kuh frische Sprit an einer Gulftanke in Lairg gegönnt haben, führt die Straße in Richtung Westen, am nördlichen Ufer des Loch Schin vorbei. O-Ton aus unseren abendlichen Reiseragebuch: „Eigentlich sollte es ein beschaulicher Ritt um den Loch Shin geben. Doch es sollte etwas anders kommen… Heute mal ein kleiner Bericht wie es uns erging. Bei strahlendem Wetter los um den Loch Shin zu erkunden. Dann nach viele km auf solchen Straßen, die gut zu fahren waren… .. bogen wir links ab und Birgit musste absteigen und ein Gatter öffnen und schließen. Wir kamen über eine Brücke und es ging bergauf und ab… die Straßen wurden dann immer schlechter.

Es ging zum 1700m hohen Schotterpass des Maovally...



… um dann von oben in schottrigen Haarnadeln in das Tal des River Cassley zu gelangen. Dann an einer Brücke gab es kein Zurück mehr… der Weg ist eigentlich nur mit Offroadfahrzeugen oder zu Fuß passierbar. Die Piste ging auf und ab und links ein Graben, rechts ein Abhang.


Aber die RS lief sauber durch. Irgendwann kam dann ein kleiner Bach den Hang herunter…



Aber auch da zeigte die RS keine Scheu und trabte munter durch. Irgendwann auf diesem viele Kilometer langen Geröllweg schaut ich mal wieder nach rechts den Hang runter auf den moorigen Fluß und sagte zu Birgit: „ Wenn wir jetzt da runterfallen, dann findet uns in 1000 Jahren irgend ein Schotte und freut sich über uns Ötzis die mit einem krassen Pferd da liegen geblieben sind.“ So sponnen wir dann den Faden weiter und malten uns aus, dass wir, sollte die Kuh ausfallen irgendwie im Winter, wenn der Fluss zugefroren ist eine Möglichkeit hätten zu den nächsten Menschen zu kommen.



Irgendwo am Horizont konnten wir endlich wieder sowas wie einen Asphaltstreifen ausmachen. Rechts der Fluss plätscherte munter vor sich hin. Ich glaube der konnte abwarten wie wir uns so schlagen.



Zur Freude tauchte dann diese zerfallene Scheune auf, zeugt sie doch von dem Vorhandensein von Zivilisation…


Als die 15km dann auf eine kleine Teerstrasse enden wollte, war ein verschlossenes Gatter 😱 . Es gab aber für Fußgänger eine Möglichkeit durchzukommen. und ohne den rechten Koffer passte die Kuh mit Anlauf über das Gras durch…#


Koffer passte die Kuh mit Anlauf über das Gras durch…


Wir waren sehr froh, als der rechte Koffer wieder verriegelt war. Dann gabs erstmal einen kräftigen Schluck aus der Fruchtschorleflasche. Was für ein Ritt… wenn man keine Ahnung hat ob man irgendwo weiterkommt. Nach etlichen Kilometern auf jetzt wieder einigermaßen fahrbarer Straße, tauchten die ersten Häuser auf. Der Weg führte uns auf die Black Isle nach Rosemarkie, wo wir hofften doch einige Delfine in der Bucht nördlich von Inverness zu finden.


Keine Delfine, aber Räuber aus der Luft.

Auf der Black Isle ist es schön zu fahren. Wir wollten am Leuchtturm von Fortrose was essen und beschafften uns in einem kleinen Laden etwas Futter. Wir stellten die Kuh auf einen kleinen Parkplatz am Wasser und setzten uns an einen der Tische die da rum standen.



Wohl bemerkten wir im Hintergrund die lauernde Gefahr…

Aber mit dem überraschenden Angriff hatten wir nicht gerechnet.


Was ein fieser Blick.


Sie schnappte die Tüte mit meinem Pizzabrötchen. Ein herbeigeeilter Passant konnte wenigstens noch das zweite Brötchen mit der Tüte retten. Auf die weiteren Angriffe waren wir jetzt gefasst und konnten unser Vesper erfolgreich gegen weitere Attacken verteidigen.



Makkaroni statt Nessi

Von Inverness aus, trieb es uns weiter am südlichen Ufer des Loch Ness entlang nach Fort Augustus. Was für eine klasse Straße. Immer wiede rauf und ab und in Windungen um Kuppen herum. Mal rechts das Heim von Nessi und mal links kleinere Tümpel bis die Straße dann nach vielen Kilometern nach Fort Augustus abfiel. Und a waren wir wieder mitten im Rummel der Touristen und massenweise Nessi Zeug zu kaufen.



In Fort Augustus gibt es eine uralte Schleuse mit 7 Staustufen. Direkt daneben ist ein kleines Cafe und bekamen dort einen Teller mit überbackenen Makkaroni. Die waren richtig lecker. Solange wir dort verweilten liesen sie ein Segelschiff durch die Schleusen passieren. Wad ein Schauspiel und Schwerstarbeit für den Skipper. Der darf nämlich sein Boot per Muskelkraft durch die Schleußer ziehen.


Bis zum Hotel war es noch gut eine Stunde Richtung Norden zu fahren. Es war ein kleines aber feines Hotel, das ein netter jüngerer Mann führte.


Freitag…. Da Wetter ist gut zum Fahren. Heute gehts in den Osten nach Peterhead an der Nordseeküste So schaut der Plan aus… gut den Schlenker um Loch Ness machen wir nicht, den haben wir ja gestern gefahren.

Nun, jetzt sitzen wir bei einem Bier im Pub und warten auf das Essen. Die Fahrt war nicht so spektakulär und wir haben wenig fotografiert. Es ging auf wirklich schönen Straßen zwischen viel Farmland hindurch. Es gibt hier aber wunderschöne und liebevoll gepflegte Cottages. Die Berge glänzten im Lila des Heidekrautes. Wir fuhren an der Nordseeküste entlang und versuchten etwas zu Essen zu finden. Leider haben viele Läden zu, da die Bedienungen fehlen. Erst in Peterhead gibt es Pubs und Restaurants und ein schönes Hotel mitten in der Altstadt. Die Kuh läuft problemlos und auch der Hinterreifen wird bis Harscheid halten. Nur an den Lärm der Möven muss man sich gewöhnen.

Immer wieder hielten wir an und genossen die Sonnenstrahlen, Heute war es doch wesentlich wärmer als die Tage zuvor.




Wir fanden schnuckelige Cottages und auch so einige Whiskeybrennereien unterwegs nach Peterhead an der Nordseeküste



Letztendlich saßen wir zufrieden in Peterhead in den Crossed Keys, wohl der angesagteste Pub in der Stadt.



Unsere Route in den Osten der Insel verlief weit ruhiger als am Tag zuvor.


Samstag… das Wetter ist gut und die Möven werden nicht müde mit ihrem Geschrei. Heute geht es weiter in den Süden nach Perth. Dort wollen wir im der Sky Lodge am Flughafen übernachten. Ein Abstecher durch den Cairngorms Nationalpark wird die Route bereichern. Das Frühstück gibts heute im Pub von gestern Abend, das ist günstiger und umfangreicher als im Hotel.


Nette Städtchen und Wintersport

Heute Morgen machten wir erstmal etwas Strecke nach Aberdeen. Dann schlugen wir uns gen Westen in den Cairngorms Nationalpark durch.. der ist schon ein paar Tage wert ihn anzuschauen und bietet alles was man sich wünscht. Anfangs über endlose Waldsträßchen entlang eines Flusses und vorbei an alten Burgen und Ruinen.



Irgendwann bogen wir rechts ab über eine kleine Brücke und fanden uns in einem kleinen romantischen Städtchen wieder. Dort machten wir Rast im Park bei etwas Gebäck und Getränk, gönnten de Q ein volles Fass Benzin.



Im weiteren Verlauf der Route stieg die Straße an zunächst ein Hochmoorgebiet und dann weiter zu Höhen, die im Winter Skisport ermöglichten. zumindest zeugten Skilifte und Pistenraupen davon. Es war merklich kühler.



Die Straße war klasse und die Abfahrt ewig lange bis zu einer kleinen Brücke mit einem Gasthaus. Dort saßen wir im Garten bei einem Cola.


Nach der Erfrischung fanden wir wieder kleinste Straßen mit sehr guten Belag. Sie wanden sich, wie eingebettet in die Landschaft, mal recht und mal links um die Hügel. Vorbei an Seen und Hochmooren gelangten wir in ein Tal, das wohl viele Sommerfrischler anzieht. Wir fanden eine Straße entlang eines sehr langen Sees… und eine Abkürzung über eine Hügelkette, da wir uns beim Mittag etwas verbummelt hatten.






Durch riesige Kornfelder und vorbei an alten Schlössern erreichten wir endlich Perth und den Sportflughafen… dort haben wir für die Nacht eine Lodge gemietet. … heute war wieder ein abwechslungsreicher schöner Tag. Da es in der Sky Lodge nichts zu essen gab, wendeten wir die Kuh, nachdem wir abgesattelt hatten und kehrten im Restaurant zur goldenen Schwalbe ein. Man sollte zwar auf Reisen die örtliche Gastronomie besuchen, aber manchmal will man einfach einen Burger zwischen die Kiemen. Und heute war so ein Tag für einen Burger.


Der Sportflughafen war zu Zeiten des zweiten Weltkrieges als Trainingslager für Militärpiloten entstanden. Eine ruhige und saubere Unterkunft erwartete uns. Gut das Frühstück war jetzt eher nüchterner Natur. Aber ich denke das ist noch den Corvidzeiten geschuldet. Gut es war alles da und wir wurden satt und frisch gestärkt für den Tag.


Und diesen Weg haben wir genommen.