Peruanische Farnstabschrecke (Oreophoetes peruana)
- Harald Bertsch
- vor 2 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Im August 2026 sind 4 Peruanische Farnstabschrecken in mein Wohnzimmer eingezogen.
Doch der Reihe nach.
Ich stolperte über eine anzeige in Kleinanzeigen für diese schönen Tiere, die eine Frau in der Nähe anbot. Sie gefielen mir auf Anhieb.
So beschäftigte ich mit mit den Tieren und ihren Anforderungen.
Sie fressen ausschließlich Farne, zum Glück auch heimische Farne die sich hier im Wald finden lassen.
Hier mal ein Steckbrief den ich im Internet gefunden habe: Größe: ca. 60 bis 80 mm (Weibchen etwas kräftiger, Männchen sehr schlank). Aussehen: Weibchen zeigen eine schwarz-gelb-grüne Warnfärbung, Männchen sind auffallend schwarz-rot. Verteidigung: Verspritzen bei Bedrohung ein unangenehm riechendes Wehrsekret aus Thoraxdrüsen. Habe ich aber noch nicht festgestellt. Offensichtlich sehen sie mich nicht als Bedrohung an. Nahrung: Ernähren sich ausschließlich von Farnen (unbedingt ungespritzt, z. B. aus dem eigenen Garten). Ich kann in den umliegenden Wäldern Farne ernten und Jungpflanzen aus dem Garten von Birgit entnehmen. Auf meinem Fensterbrett wachsen sie als Winterfutter.
Haltung im Terrarium:
Temperatur 18–22 °C (kühl, max. 25 °C)
Luftfeuchte 70–80 % (Staunässe vermeiden)
Terrarium Hochterrarium mit guter Belüftung
Entwicklung Nach ca. 6 Monaten adult Meine Schrecken sind bereits erwachsen. Wie habe ich angefangen? Als erstes natürlich einen geeigneten Platz im Wohnzimmer gefunden, über dem großen Aquarium, das sorgt auch für die hohe Luftfeuchtigkeit.
Dann überlegt, was ich als Insektarium verwenden kann. Möglichkeiten sind zu einem Selbstbau, zum anderen Kauf eines fertigen Insektariums oder was ich gemacht habe, ich habe eine große XXXL Laterne zweckentfremdet und umgebaut. Wiederum über die Kleinanzeigen bei einer sehr netten Dame eine solche Laterne gefunden. Sie hat eine Höhe von 80cm und eine Grundfläche von 30x30cm. Das Problem war der Transport. Ich kann derzeit nur auf ein Motorrad zurückgreifen. Aber auch das konnte ich mittels meiner Sporttasche und ein paar Zurrgurten lösen.

Die Laterne kam heil zuhause an und ich habe sie mit Gazestoffen, LED Leuchte vorbereitet. Ein Loch für ein Wassergefäß für die Farnwedel gesägt und ein Glas mit Gaze gesichert, damit die Tiere nicht ins Waser fallen und ertrinken.

Dann mit einer Schale einen Moosboden gebaut und an einer Glasscheibe mit der Gaze überzogen. Daran dann ebenfalls Moos festgebunden, das mir die Feuchtigkeit speichert und abgibt.

Hier mal die Bewohner. Mein jüngeres orangenes Weibchen:

Das gelbe Weibchen:

Das ältere Weibchen und das rote Männchen bei der Kopulation

Die Schrecken nehmen den Wurmfarm sehr gut an und fressen die Blätter im Halbkreis ab.

Was ich auch beobachten konnte. Wenn ich mit der Sprühflasche den Farn und das Moos beneble, dann trinken die Tiere vom feuchten Moos. Ich habe mal versucht das fotografisch festzuhalten.
Hier das rote Männchen am Moos nach dem befeuchten.

Und das ältere Weibchen.

Ich habe jetzt mal eine Muschel mittels eines Drahtes am Moos so befestigt, dass ich dort etwas Wasser anbieten kann. Mal sehn ob die Tiere das Angebot annehmen.

Am meisten aber hängen sie an der Decke am Gaze und verbringen so den Tag.

Was ich auch schon finden konnte war eine Exuvie der kleineren Weibchens. Das freut mich besonders, denn Häutungsprobleme sind oft tödlich und kommt nicht selten vor, wenn zu einem zu wenig Luftraum zum Häuten zur Verfügung steht und zum Anderen die Luftfeuchtigkeit zu gering ist.

Um die Luftfeuchtigkeit besser zu kontrollieren, vor allem wenn ich beruflich unterwegs bin, habe ich mit ein WiFi fähiges Nebelgerät für Terrarien besorgt. Ich muss es nur noch einbauen. Ich berichte dann darüber. Und ich hoffe, das befruchtete Weibchen wird bald Eier ablegen. Sie schauen aus wie Linsen und sie lässt sie einfach ins Moos fallen. Nach 40 bis 60 Tagen schlüpfen dann die Nymphen und ich hoffe sie werden groß. Wenn halt die Laterne zu klein wird, dann muss ich ihnen ein größeres Zuhause anbieten. Es ist spannend mit den Tieren.
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